Auf der Suche nach Max, Max Eatery

„Da geht’s ja zu wie am Stachus“ ist eine berühmte Münchner Redewendung, denn der Stachus war – bis im Vorfeld der olympischen Spiele die Fußgängerzone errichtet wurde – ein ganz besonders verkehrsreicher Platz. Genau deshalb hatte sich bereits Max Rischart jun. in den 1920er Jahren für sein aufstrebendes Unternehmen in den Kopf gesetzt, entweder am Marienplatz oder aber am Stachus Fuß zu fassen. Im Jahr 1932 bot sich ihm dann die Möglichkeit eine Filiale am Marienplatz zu eröffnen. Jetzt im Jahr 2016 soll nun endlich auch sein Wunsch nach einem Rischart Geschäft im berühmten Stachus Rondell Wirklichkeit werden. In Kürze soll hier Max Eatery [sprich: Määx Iiietarie – schließlich sind wir im 21. Jahrhundert] eröffnet werden. Doch danach sieht es hier (noch) überhaupt nicht aus? Wo ist Max? Ich begebe mich auf die Suche. Und lande im Grünen…

In einer großen Halle im blühenden Münchner Umland, in der Ideenschmiede Coreografia, entsteht Münchens neueste Eatery. Hier werden schon seit 1990 immer wieder Rischart Projekte umgesetzt, zum Beispiel auch das Café Kaiserschmarrn auf dem Münchner Oktoberfest. Es wird auf Hochtouren gearbeitet, das sieht man sofort. Kreative Köpfe rauchen, fleißige Handwerkerhände werkeln und geschickte Künstlerfinger erschaffen kleine und große Besonderheiten. Und ich darf hier tatsächlich schon einmal einen Blick darauf werfen.

So soll es also aussehen. Die Einzigartigkeit und Geschichtsträchtigkeit des Gebäudes ist schon beim Betrachten des Pappmodells spürbar. „Innen sieht der Gast auf den ersten Blick ein stylisches, modernes Ambiente, erst der zweite Blick offenbart, was der Name Eatery verspricht: In Max Eatery dreht sich alles, aber auch wirklich alles, ums Essen.“ erklärt mir Angelina Hien von Coreografia Production. Darauf wäre ich nach dem Betrachten von versteckten Gabeln und Löffeln im Treppengeländer, eines Hockers, der verdächtig nach einem grünen Macaron aussieht und eines Sessels, bei dem man unwillkürlich an eine pralle Fleischtomate denken muss, auch von selbst gekommen.

Alles wirkt irgendwie gemütlich. „Einerseits wollten wir dem Gast eine heimelige, gemütliche Wohnzimmeratmosphäre bieten, andererseits schreit diese Location geradezu nach dem Spiel mit den Gegensätzen aus Tradition und Moderne. Aber natürlich sehr subtil und zurückhaltend, eben erst auf den zweiten Blick.“ fährt Frau Hien fort.

Kurzerhand wird also Stuck neu interpretiert. Die Gipsfiguren, die Besteck, Knoblauch, Zitronen und auch mal ein Hugo-Glas darstellen, werden gleichzeitig in Ergänzung und im Kontrast zum im Lokal vorhandenen, denkmalgeschützten Stuck die Wände zieren. Ein etwas abgenutzt aussehender Teppich und vereinzelte bequeme Polstersessel erinnern an den heimischen Ruheplatz.

Ganz hinten in der kreativen Halle fällt mir noch etwas auf. Überall stehen rohrartige, weiße Gebilde im Raum. Frau Hien erklärt mir schmunzelnd, dass daraus ein Tellerturm entsteht, der im Treppenhaus stehen soll. In mühevoller Handarbeit wurden zuerst die einzelnen Fragmente aus Holz geschnitzt. Mit diesen Vorlagen wurden Formen aus Silikon hergestellt, die gerade mit Polymergips ausgekleidet werden. Den getrockneten Gips kann man dann aus der Form lösen und schon hält man einen Abschnitt des wahrscheinlich bald größten Tellerturms Münchens in Händen. Zusammengesetzt wird das Ganze erst vor Ort, schließlich wird der Turm stolze 5,40 m hoch. Dieser Tellerturm soll, bei den Besuchern, die den neuen Rischart Laden im Erdgeschoss betreten, die Neugierde wecken und sie nach oben in die Eatery führen.

Eines steht fest: Derjenige, der es wagt nach oben zu kommen, erlebt wahrlich einen Ort, an dem das Essen gefeiert und jeder (zweite) Blick belohnt wird. Bleibt nur zu hoffen, dass sich diese ganzen optischen Köstlichkeiten bald an den Münchner Stachus aufmachen! Vorsichtshalber sehe ich auch dort einmal nach und siehe da, es tut sich etwas. Max kommt!

2 Gedanken zu “Auf der Suche nach Max, Max Eatery

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