Café Kaiserschmarrn – von Null auf Hundert in sechs Wochen

Ozapft is! Überall sieht man Dirndl und Lederhosn, die Menschen strömen auf die Wiesn, München ist im Ausnahmezustand: es ist wieder Oktoberfestzeit! Ist es nicht erstaunlich wie jedes Jahr die Theresienwiese in Null Komma Nix vom Münchner Naherholungsgebiet zur Bühne für dieses riesige kulturelle Spektakel und zur internationalen Partymeile umfunktioniert wird? Jedenfalls Grund genug, wieder einmal hinter die Kulissen zu blicken und den Aufbau des Café Kaiserschmarrn genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Niemand kennt sich auf diesem Gebiet besser aus als Herr Rieg von der Firma Rauffer. Er ist schon seit der Geburtsstunde des Café Kaiserschmarrn im Jahr 2007 für dessen Aufbau verantwortlich. Jedes Jahr übergibt er das Zelt, wie er so schön sagt „schlüsselfertig“, an Magnus Müller-Rischart. Sogar das Baubuch bringt er eigenhändig zum TÜV, weil das etwas ist, was der Rischart’sche Chef jedes Jahr konsequent vergisst. Vom Ausgraben der Fundamente bis zum Kücheneinbau, vom Aufstellen des Bindergerüstes bis zur Feinjustierung der Beleuchtung, vom Anrollen der LKWs mit den 36 (!!) Containern, in denen das Zelt eingelagert ist, bis zum Aufbau der Soundanlage, alles liegt in seiner Hand. Für all das hat er ein Zeitfenster von nur sechs Wochen. Und das auch nur, weil für das Café Kaiserschmarrn als besonders aufwändiges Zelt jedes Jahr der Antrag auf eine 14-tägige Verlängerung der Aufbauzeit genehmigt wird. Je nach Baufortschritt arbeiten 15 bis 30 Mann auf der riesigen Baustelle, er selbst arbeitet 12 Stunden am Tag voll mit. Zum einen, weil es ihm Spaß macht und weil nur dann alles genau so wird, wie er es sich vorstellt und zum anderen, weil es für ihn selbstverständlich ist, dass er als Chef nahe an seinem Team arbeitet.

 

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Er beschreibt den extrem durchorganisierten Prozess so: „Die vielen verschiedenen Gewerke sind wie kleine Zahnräder, die perfekt ineinander greifen.“ Es gibt drei wichtige Bauabschnitte: erstens der Rohbau, also das Bindergerüst, zweitens das Aufbringen der Zeltplane (denn ab da kann die Arbeit im Trockenen weitergehen) und drittens das Verlegen des Zeltbodens. Diese Abschnitte müssen unbedingt zu bestimmten Zeitpunkten abgeschlossen sein. An denen ist nicht zu rütteln. Wenn einer dieser Meilensteine zu kippen droht, dann wird zusammengeholfen und so lange gearbeitet und geschufftet, bis er doch noch eingehalten werden kann.

Am Abend vor dem Wiesnstartschuss frage ich ihn, ob das alles nicht sehr stressig ist. Er antwortet in seiner ruhigen Art nur: „Extrem brenzlig wird’s schon lang nimmer“. Und auf die Frage, wann denn dann für ihn der angenehme Teil der Wiesn anfängt, fällt ihm nur ein: „Der Aufbau ist der angenehme Teil!“ Er macht das schon seit 15 Jahren. Bereits als Student hat ihn dieses spezielle Wiesnfieber gepackt. Für ihn ist das einfach ein Highlight im Jahr! Und das Café Kaiserschmarrn ein Highlight unter den Wiesnzelten. „Es ist das aufwändigste und bestbeleuchtetste Wiesnzelt. Der Showcharakter ist auch nach neun Jahren noch ungeschlagen.“ Das sagt er nicht ohne Stolz, denn auch bei der gesamten Architekturplanung war er dabei.

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Jetzt, wo alles geschafft ist, gönnt er sich erst einmal ein paar Tage Ruhe. Aber wer genau hinschaut, der sieht ihn immer mal wieder und eigentlich doch recht oft im Café Kaiserschmarrn vorbeischauen.

O’zapft is! Auf eine friedliche Wiesn!

MAX

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