Erdbeereinkauf in der Großmarkthalle

Dienstag in den frühen Morgenstunden, ein grauer Lieferwagen rangiert gekonnt durch das enge Hoftor der Rischart Backstube in der Buttermelcherstraße. Es ist Herbert Götz, Frucht- und Gemüseeinkäufer für Rischart. Ihn darf ich heute in die Münchner Großmarkthalle begleiten, wo er schon seit über 30 Jahren frisches Obst und Gemüse für Rischart einkauft als wäre es sein eigenes Unternehmen. Damals führte er einen Obst- und Gemüseladen in der Baaderstraße. Gleich um die Ecke steckte der heutige Seniorchef Gerhard Müller-Rischart mitten in der Neubauphase seiner später preisgekrönten Backstube. Die schönen Orangen in der Auslage waren es, die die beiden Herren zusammenbrachten.

Münchensteht auf.JPGMünchen wacht gerade auf, in der Großmarkthalle geht es schon zu wie sonst am Stachus. Kleine Gabelstapler und Hubwagen flitzen halsbrecherisch durch die engen Gänge, rechts und links stapeln sich Unmengen an frischem Obst und Gemüse. Als alter Hase ist Herr Götz bekannt wie ein bunter Hund. Herbert hier, Herbert da. Was wollen die alle von ihm? Es sind seine Gletschereis Bonbons, die er immer im Globus kauft und mit denen er sich jeden Morgen die Hosentaschen vollstopft! „Die sind süchtig nach denen“, verrät er mir.

Wir sind auf der Suche nach 250 bis 300 kg Erdbeeren aus Deutschland. Groß, aromatisch und von bester Qualität müssen sie sein. Hört man sich unter den Erdbeerhändlern um, ist das Gejammer groß. Es sieht schlecht aus am Erdbeermarkt, da sind sich alle einig. Die heimischen Erdbeeren haben, wenn nicht Hagel, zumindest viel zu viel Wasser abbekommen diesen Frühling und sind deshalb nass, platzen oben auf oder verfaulen. Routiniert durchforstet Herr Götz das Angebot.

Und da stehen sie, die perfekten Erdbeeren! Groß, aus Baden Württemberg, trocken, süß. Das entlockt sogar einem alten Hasen ein zufriedenes Lächeln. Sie sind gut, aber die Qualität ist nicht gleichmäßig genug. Jede der 64 Steigen wird einzeln begutachtet, teilweise werden sogar einzelne Erdbeeren ausgetauscht. „Das mögen die Händler nicht, aber der Chefkonditor schimpft sonst.“ sagt er.

Und schon sind wir wieder zurück in der Buttermelcher – wie die Backstube – von den Rischart Leuten genannt wird. Drinnen warten schon die fleißigen Konditoren und ein gut gelaunter Herr Rühle [Chefkonditor bei Rischart – Anm. d. Autors] auf die frischen Erdbeeren, die sogleich auf die Erdbeerschnitte wandern und in spätestens 1,5 Stunden in den Rischart Kuchentheken in ganz München landen.

Dann steht Herr Götz schon wieder an seinem Obst- und Gemüsestand am Isartor und kümmert sich um die dortigen Kunden.

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